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Pharma-Engi­nee­ring

Konzept­pla­nung vs. Basic Engi­nee­ring vs. Detail Engi­nee­ring: Was jede Phase entscheidet

Was Konzept­pla­nung, Basic Engi­nee­ring und Detail Engi­nee­ring in einem pharma­zeutischen Anlagenprojekt jeweils entscheiden und liefern sollen, wann die Planung eingefroren werden sollte und warum das Überspringen einer Phase die Kosten meist verschiebt, statt sie zu beseitigen.

Ver­öf­fent­licht
Autor
Engi­nee­ring-Team von ALVEDA SOLUTIONS
Lesezeit
5 Min.

Pharma­zeu­tische Anlagen­projekte werden in der Regel in Phasen geplant: Konzept­pla­nung, Basic Engi­nee­ring und Detail Engi­nee­ring, manchmal mit einer vor­geschalteten Machbarkeits­studie. Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Unter­neh­men zu Unter­neh­men — Front-End Engi­nee­ring Design, Vorplanung, Vorentwurf —, doch die Logik ist dieselbe. Jede Phase trifft eine Reihe von Entschei­dun­gen mit so viel Sicherheit, dass die nächste Phase darauf aufbauen kann.

Zu verstehen, was jede Phase entscheiden soll, hilft Bauherren, zwei häufige Probleme zu vermeiden: Entschei­dun­gen zu früh einzufrieren, bevor die nötigen Infor­ma­tio­nen vorliegen, und sie zu lange offen zu lassen, sodass sie unter Termindruck auf der Baustelle getroffen werden.

Wenn eine Machbarkeits­studie vorausgeht, ist ihre Aufgabe enger gefasst: zu prüfen, ob das Projekt überhaupt sinnvoll ist — Produkte, Märkte, Standort­optionen, eine überschlägige Kosten­schätzung und die wesentlichen regula­torischen und tech­ni­schen Risiken —, damit der Bauherr entscheiden kann, ob er die Planung finanziert. Die Konzept­pla­nung setzt dann auf diesen Ergebnissen auf, statt sie erneut aufzurollen.

Konzept­pla­nung: die Gestalt der Anlage

Die Konzept­pla­nung übersetzt die geschäftliche und produkt­bezogene Projekt­be­schreibung in eine Anlage, die sich kalkulieren und bewerten lässt. Sie beantwortet die Fragen, die nahezu alles Weitere bestimmen: welche Produkte und Dar­reichungs­formen, mit welcher Kapazität und welchem Schicht­mo­dell; steril oder nichtsteril; welches Contain­ment erfor­der­lich ist; und wie das Gebäude auf dem Grundstück liegt.

  • Prozess­be­schreibung und Blockfließbild mit Annahmen zu Kapazität und Ausrüstung.
  • Blocklayout mit Zonierung nach Reinraumklasse und Contain­ment.
  • Fluss­dia­gramme für Personal, Material, Produkt und Abfall.
  • Flächen­auf­stellung und vorläufige Raumliste.
  • Konzepte für Medien­versorgung und HVAC mit überschlägig ermittelten Lasten.
  • Eine frühe Kosten­schätzung und ein früher Terminplan, jeweils mit Angabe ihrer Genauigkeit.
  • Ein Entwurf des Lastenhefts (URS) oder der Projekt­be­schreibung, den der Bauherr prüfen und freigeben kann.

Das wertvollste Ergebnis der Konzept­pla­nung ist oft die Entschei­dungs­dokumen­tation: welche Optionen betrachtet wurden, welche gewählt wurde und warum. Änderungen an Zonierung und Flüssen nach dieser Phase wirken sich tendenziell auf Tragwerk, HVAC und Medien­versorgung aus.

Basic Engi­nee­ring: die Systeme definieren

Das Basic Engi­nee­ring entwickelt das Konzept zu defi­nier­ten Systemen mit ausreichender Detailtiefe für eine verlässliche Kosten­schätzung, die Beschaf­fung von Positionen mit langen Lieferzeiten und die Design­qualifi­zierung wesentlicher Entschei­dun­gen. Hier wird die Anlage Gewerk für Gewerk beschrieben.

  • Architektur­layouts mit Raum­daten­blättern: Klassifi­zierung, Druck, Temperatur, Feuchte, Ober­flä­chen und Installationen für jeden Raum.
  • Verfahrens­fließ­bilder und vorläufige P&IDs für Prozess- und Rein­medien­systeme.
  • HVAC-Zonierung, RLT-Gerätelisten, Luftführungs- und Druckkonzepte sowie Regelungs­konzept.
  • Aus­rüstungs­listen und Spezi­fika­tionen für Haupt­komponenten und Positionen mit langen Lieferzeiten.
  • Dimensio­nierung der Medien­versorgung für Wasser, Dampf, Druckluft und Gase, elek­tri­sche Lasten und Technik­zentralen.
  • Dokumente zur Aus­legungs­grund­lage für jedes Gewerk, ein­schließ­lich Vor­schrif­ten und Normen.
  • Risiko­be­wertungen, eine präzisierte Kosten­schätzung sowie eine Beschaf­fungs- und Baustrategie.

Im Basic Engi­nee­ring werden üblicherweise das Layout und die wesentlichen System­entschei­dungen eingefroren. Danach werden Änderungen über einen formalen Änderungs­prozess gesteuert, damit ihre Aus­wir­kun­gen auf Kosten und Termine sichtbar sind.

Detail Engi­nee­ring: baureif

Das Detail Engi­nee­ring liefert die koordinierten Infor­ma­tio­nen, die ausführende Unter­neh­men und Liefe­ran­ten zum Fertigen, Installieren und Prüfen benötigen. Sein Zweck ist nicht, frühere Entschei­dun­gen neu aufzurollen, sondern sie baubar zu machen.

  • Koor­di­nierte Pläne für jedes Gewerk, oft aus einem gemein­sa­men 3D- oder BIM-Modell mit Kollisions­prüfung.
  • Endgültige P&IDs, erforder­lichen­falls Isometrien, Trassenführung von Lüftungs­kanälen und Kabeln sowie Auf­stellungs­pläne der Ausrüstung.
  • Technische Spezi­fika­tionen, Daten­blät­ter und Listen.
  • Leistungs­verzeichnisse und Aus­schreibungs­pakete.
  • Grundlagen für Inbe­trieb­nahme und Quali­fi­zie­rung: Instrumenten­listen, Prüf­an­forde­rungen und Erwar­tun­gen an die Doku­men­ta­tion von Liefe­ran­ten und Auftragnehmern.
  • Zur Ausführung frei­ge­gebene Zeich­nun­gen (IFC) unter Dokumenten­lenkung.

GMP ist keine eigene Phase. GMP zieht sich durch alle Phasen: Die URS legt in der Konzept­phase die Anfor­de­run­gen fest, Design Reviews und die Design­qualifi­zierung bestätigen, dass Basic- und Detail­pla­nung diese erfüllen, und der Inbe­trieb­nahme- und Quali­fizierungs­plan nutzt die Detail­pla­nung, um festzulegen, was geprüft wird. Ein risiko­basierter Ansatz, wie ihn die ISPE-Leitfäden zu Inbe­trieb­nahme und Quali­fi­zie­rung beschreiben, ermöglicht es dem Team, die Veri­fi­zie­rung auf die Aspekte zu konzentrieren, die Produkt­quali­tät und Patienten­sicher­heit beeinflussen.

Reviews und Entschei­dungs­punkte zwischen den Phasen

Jede Phase sollte mit einem Review enden, das der Auftrag­ge­ber freigibt, bevor die nächste Phase beginnt. Das Review ist keine Formalität: In diesem Moment bestätigt der Auftrag­ge­ber, dass die geplante Anlage noch immer diejenige ist, die das Unter­neh­men braucht. Zu den typischen Reviews am Ende der Konzept­pla­nung und des Basic Engi­nee­ring gehören:

  • Ein GMP-Design-Review der Zonierung, der Flüsse, der Klassifi­zierungen und des Druckkonzepts im Abgleich mit der URS.
  • Sicherheits- und Betriebs­fähigkeits­reviews, etwa eine HAZOP für Prozess- und Medien­versorgungs­systeme, wo das Risiko es rechtfertigt.
  • Ein Review zu Baubarkeit und Instand­haltbarkeit mit den Personen, die die Anlage errichten und instand halten werden.
  • Ein Kosten- und Terminreview, das die Genauigkeit der Kosten­schätzung in dieser Phase angibt, damit Budget­entschei­dungen mit den richtigen Erwar­tun­gen getroffen werden.
  • Bestätigung offener Annahmen, jeweils mit Verant­wortlichem und Termin, bevor sie in die nächste Phase übernommen werden.

Was passiert, wenn eine Phase verkürzt wird

Terminpläne drängen Teams manchmal dazu, das Basic Engi­nee­ring zu überspringen oder mit dem Detail Engi­nee­ring zu beginnen, bevor das Layout stabil ist. Die Arbeit verschwindet dadurch nicht. Offen gebliebene Zonierungs­fragen kehren als Umplanung zurück, offene Fragen der Medien­versorgung als Änderungs­aufträge und undefinierte Prüf­an­forde­rungen als Verzögerungen während der Quali­fi­zie­rung. Fast-Track-Ansätze können funktionieren, erfordern aber ausdrückliche Entschei­dun­gen darüber, was eingefroren ist, was noch mit Risiko behaftet ist und wer Änderungen genehmigt.

Kernpunkte

  • Die Konzept­pla­nung bestimmt die Gestalt der Anlage: Produkte, Kapazität, Zonierung und Flüsse.
  • Das Basic Engi­nee­ring definiert die Systeme und ist der übliche Zeitpunkt, um das Layout einzufrieren.
  • Das Detail Engi­nee­ring macht die Planung baubar, prüfbar und ausschreibungs­fähig.
  • GMP-Anfor­de­run­gen und Quali­fizierungs­planung ziehen sich durch jede Phase.
  • Wird eine Phase verkürzt, verlagern sich Kosten und Risiken in spätere Phasen, sofern die Verkürzung nicht ausdrücklich gesteuert wird.

Dieser Beitrag enthält allgemeine technische Infor­ma­tio­nen. Er ersetzt weder den aktuellen Wortlaut der anwendbaren Vor­schrif­ten und Leitlinien noch eine projekt­spezi­fische Bewertung.

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